Göttinger Stadtwappen
OE-M
Göttingens Musik
Dokumentation & digitale Rekonstruktion

800 JAHRE.
MUSIK IN GÖTTINGEN.

Projektankündigung einer klingenden lokalen Musikgeschichte auf der Basis von Noten und Texten aus über 800 Jahren.

PROJEKTSTATUS September 2026 - „in Kürze“
Recherche & digitale Transkription
Ermittelte Komponist:innen: 202
In digitale Notation übertragene Tonsätze: 551
Gesamtumfang in Partiturseiten: 7.048
Erfasste Druckseiten mit Musikbezug der lokalen Presse (1770–1935): 120.000
Recherchiert und programmiert mit humaner Intelligenz von Steffen Fahl (klassik-resampled.de)
[01] PROJEKTIDEE VON GOE-M

Noten & Texte des Göttinger Musiklebens
musikalisch interpretieren

Musikalischer Zusammenhang lebt von der immer 'neuen' Wiederkehr von Vertrautem. Das gilt bereits für die regelmäßige Schwingung im Einzelton, den Rhythmus, ein Motiv, den Refrain eines Liedes, die Reprise einer kompositorischen Form bis zur werkübergreifenden musikalischen Erinnerung und dem Verstehen musikhistorischer Zusammenhänge.

Ansatz & Methode

GOE-M widmet sich neben mittelalterlichen Göttinger Musikhandschriften auch erhaltenen Noten von Musiker:innen, die in Göttingen wirkten, ob als Gäste, zeitweilige Bewohner:innen oder Einheimische. Goe-M wird einige diese Partituren zum Klingen bringen und so versuchen hörbar zu machen, welche musikhistorischen Zusammenhänge in dem lokalen Musikleben der Stadt wirksam wurden.

Fokus & Recherche

Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Recherche und digitale Interpretation der Partituren von Musikern mit Bezug zu Göttingen. Eine begleitende Recherche in historischen, lokalen und wissenschaftlichen Periodika und Schriften dient vor allem dazu, die Suche nach solchen Partituren zu unterstützen und deren Kontext zu dokumentieren.

Kernziele des Projekts

a

GOE-M soll Musiker:innen bekannt machen, die in Stadt und Region wirkten, unabhängig davon, wie weit ihr Wirken darüber hinausreichte.

b

GOE-M soll Kompositionen, die von solchen Musikern verfasst wurden, zum klingenden Zeugnis jener musikalischen Gedanken machen, die das musikalische Leben in Stadt und Region bereichert haben.

c

GOE-M soll damit auch lokale wie über die Region hinausreichende musikalische Zusammenhänge dokumentieren, die das Musikleben Göttingens und seiner Region mitbestimmt haben.

Diese Vorankündigung skizziert nur den Rahmen des Projekts, vor der eigentlichen Umsetzung im Detail auf Basis der ermittelten Daten.

Konzeption, Recherche und Realisierung durch Steffen Fahl s-fahl.de Icon

[02] GROBER CHRONOLOGISCHER ÜBERBLICK

Epochen der Göttinger Musikgeschichte

1200 – 1500

Mittelalter – Musik in Klöstern und Kirchen

Jahrhunderte gregorianischer Liturgie in Göttingens Klöstern und Kirchen.

18 überlieferte mittelalterliche Handschriften

Kirchen in Göttingen
1500 – 1700

Reformation - frühe Mehrstimmigkeit im Pädagogium

Das Pädagogium wird Zentrum von Praxis und Bildung früher protestantischer und weltlicher Vokalpolyphonie für die ganze Region.

Werke von neun Komponisten ermittelt, die vor 1700 lebten

Pädagogium / Kollegiengebäude Göttingen
1700 – 1800

Aufklärung - Universitätsgründung

Mit Gründung der Georg-August-Universität (1737) etabliert sich eine eigene akademische Musikpraxis und Wissenschaft neben der Kirchen- und Stadtmusik Göttingens.

Werke von weiteren zehn Komponisten ermittelt, die vor 1800 lebten

Aula der Universität am Wilhelmsplatz
1800 – 1890

Bürgerliches Musikleben - Oper, Virtuosen, Kammermusik, Vereine

- erster Theaterbau am Wilhelmsplatz - Komponisten und Virtuosen der Romantik zu Gast im regen städtischen, bürgerlichen Musikleben.

Werke von weiteren 64 Komponist:innen ermittelt, die vor 1890 lebten

Erster Theaterbau Wilhelmsplatz
1890 – 1950

Von der Belle Époque durch Revolution und Diktatur

Bau des Deutschen Theaters außerhalb der Stadtmauern, reges Konzertleben, einzelne Vorboten der Moderne

Werke von weiteren 80 Komponist:innen ermittelt, die vor 1950 lebten

Deutsches Theater Göttingen
1950 – HEUTE

Moderne, Nachkriegszeit - Tradition und neue Formen

Bau der neuen Stadthalle und Umnutzung historischer Industriebauten (Alte Lokhalle als Raum für Großveranstaltungen), Aufstieg einer alternativen Musikszene und ihrer Spielstätten wie z. B. das Kulturzentrum Musa.

Werke von weiteren 39 Komponist:innen ermittelt

Göttinger Stadthalle 1964
[03] THEMENSPEKTRUM

Beispiele für Musik und komponierende Musiker:innen

aus 800 Jahren in Göttingen.

Brevier 12. Jhd um 1200
Notation in Neumen noch ohne Linien

Responsorium: Ponam arcum (um 1200)

Ein frühes Zeugnis liturgischer Musik in Göttingen.

Spiegelkanon von Johannes Jeep 16. Jhd.
kunstvoller Spiegelkanon

Johannes Jeep (1581-1644)

Ein Dransfelder, ausgebildet am Göttinger Pädagogium.

Joseph Martin Kraus bis 1778
studierte und musizierte zwanzigjährig in Göttingen

Joseph Martin Kraus (1756-1792)

wurde - von einem schwedischen Mitstudenten angeregt - später Kapellmeister am Schwedischen Hof

Charlotte Veltheim Variationen 1816
Konzertierte siebzehnjährig in Göttingen

Charlotte Veltheim (1799-1873)

Trat als Virtuosin und Komponistin ihrer eigenen Klaviervariationen auf.

Mazurka von Oesterley 1843
Eine Mazurka des musizierenden Bürgermeisters

Ferdinand Oesterley (1802-1858)

komponiert für das Album Amicorum des Göttinger akademischen Musikdirektors

Joseph Joachim 1898
studierte und musizierte erstmals mit 22 Jahren in Göttingen

Joseph Joachim (1831-1907)

lernte in Göttingen Johannes Brahms kennen und kam als gefeierter Virtuose immer wieder nach Göttingen zurück.

Tanz-Improvisation Walter Gieseking seit 1920
Tanz-Improvisation im Charleston-Rhythmus

Walter Gieseking (1895-1956)

konzertiert in Göttingen auch mit Musik des 20. Jh

Hans Werner Henze 1949/50
ein wichtiger Vertreter neuer Musik in der Nachkriegszeit

Hans Werner Henze (1926-2012)

folgte mit 23 Jahren Heinz Hilpert nach Göttingen, lebte und komponierte in der Weender Straße 20

Pastor Ernst Arfken bis 2006
musizierte und komponierte seit seiner Jugend

Pastor Dr. Ernst Arfken (1925-2006)

hinterließ ein umfangreiches alle Gattungen umfassendes kompositorisches Schaffen.

[04] PROJEKT: Musikleben in Zahlen

Stand der Ermittlungen & Datenbestand (September 2026)

Zahl vorbereiteter Werke, ihre Gattungen und Bezug der Komponist:innen zu Göttingen.

Gesamtzahl der Komponist:innen in Göttingen
202
Männlich: 192
Weiblich: 10

Diese Verteilung spiegelt die historische Ungleichheit wider. GOE-M achtet deshalb umso mehr auch auf die Beiträge von Frauen zum Göttinger Musikleben

In digitale Notation übertragene Werke:
551

aus allen Gattungen und Genres

Umfang in druckbaren Partiturseiten:
7.048

Für die Klanggestaltung vorbereitet.

Gattungen der 551 in digitale Notation übertragenen Tonsätze

141 Klavierwerke
117 Chorsätze
116 Lieder
65 Kammermusikwerke
44 Orchesterwerke (8 Sinfonien)
30 Werke für Gesang und Orchester
23 Konzerte
15 Orgelwerke

Komponist:innen in Göttingen:

Ihr Wirken in der Stadt

Präsenzform 202 Komponist:innen

In Göttingen gelebt 110 (54 %)
Als Gäste in Göttingen musiziert 92 (46 %)

Tätigkeiten in Göttingen lebender Komponist:innen (Mehrfachnennung möglich)

49 studierten in Göttingen 16 wurden in Göttingen geboren 12 wurden in Göttingen musikalisch ausgebildet 12 waren Musiklehrer:innen 11 übernahmen leitende Positionen 8 Dirigenten (Chor/Orchester) 7 Hochschullehrer 4 Kantoren 3 Orchestermusiker:innen weiterePastoren, Theatermusiker, Instrumentenbauer etc..
[05] AUDIO - PLAYER

Erste kleine Klangbeispiele und Partituransichten

Track Cover Fragment eines Weender Breviers
Mittelalter

Antiphon: Domum Domini

Weender Brevierfragment

(ca.14.Jh.)

Pergamentfragment aus einem Brevier des Frauenklosters in Weende - ca. 14. Jh. (im Stadtarchiv Göttingen).

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KLANGBEISPIEL AUSWÄHLEN (6 BEISPIELE): PLAYLIST 1-6
[06] QUELLEN

Archive, Bibliotheken und andere Quellen

Übersicht der konsultierten Archive, Bibliotheken, digitalen Repositorien sowie unterstützenden Institutionen und Einzelpersonen.

Archive

  • • Stadtarchiv Göttingen
  • • Stadtarchiv Hannover
  • • Stadtarchiv Kleve
  • • Niedersächsisches Landesarchiv
  • • Landesarchiv Thüringen, Abt. 5 – Staatsarchiv Rudolstadt

Staats- & Landesbibliotheken

  • • Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
  • • Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv)
  • • Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
  • • Lippische Landesbibliothek / Theologische Bibliothek und Mediothek Detmold
  • • Bayerische Staatsbibliothek, Musikabteilung
  • • Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kiel (D-KIl)
  • • Landesbibliothek Coburg
  • • Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern
  • • Winterthurer Bibliotheken, Sammlung Winterthur

Universitäts- & Forschungsbibliotheken

  • • Universitätsbibliothek, Universität der Künste Berlin
    • • Princeton University Library
    • • Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (Abt. IV: Sondersammlungen)
    • • Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt (D-GOl)
    • • Musik och teaterbiblioteket Stockholm
    • • Bibliothek des Forschungszentrums Musik und Gender, Hannover (D-HVfmg)
    • • Schott Music GmbH & Co. KG, Musikarchiv / Bibliothek

Forschungsstätten & Sammlungen

  • Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck,
  • Spohr Museum / Int. Louis Spohr Gesellschaft e.V.,
  • Sophie Drinker Institut Bremen,
  • Hans-Sommer-Archiv,
  • Göttinger Knabenchor,
  • AOV Akademische Orchestervereinigung Göttingen,

persönliche Auskünfte von

  • • Göttinger Komponisten und Musikern
  • • Angehörigen und Nachkommen von Göttinger Komponisten und Musikern
  • • Fachleuten für ganz verschiedene oft sehr spezielle Themenbereiche
  • • Freunden und Bekannten