800 JAHRE.
MUSIK IN GÖTTINGEN.
Projektankündigung einer klingenden lokalen Musikgeschichte auf der Basis von Noten und Texten aus über 800 Jahren.
Noten & Texte des Göttinger Musiklebens
musikalisch interpretieren
Musikalischer Zusammenhang lebt von der immer 'neuen' Wiederkehr von Vertrautem. Das gilt bereits für die regelmäßige Schwingung im Einzelton, den Rhythmus, ein Motiv, den Refrain eines Liedes, die Reprise einer kompositorischen Form bis zur werkübergreifenden musikalischen Erinnerung und dem Verstehen musikhistorischer Zusammenhänge.
Ansatz & Methode
GOE-M widmet sich neben mittelalterlichen Göttinger Musikhandschriften auch erhaltenen Noten von Musiker:innen, die in Göttingen wirkten, ob als Gäste, zeitweilige Bewohner:innen oder Einheimische. Goe-M wird einige diese Partituren zum Klingen bringen und so versuchen hörbar zu machen, welche musikhistorischen Zusammenhänge in dem lokalen Musikleben der Stadt wirksam wurden.
Fokus & Recherche
Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Recherche und digitale Interpretation der Partituren von Musikern mit Bezug zu Göttingen. Eine begleitende Recherche in historischen, lokalen und wissenschaftlichen Periodika und Schriften dient vor allem dazu, die Suche nach solchen Partituren zu unterstützen und deren Kontext zu dokumentieren.
Kernziele des Projekts
GOE-M soll Musiker:innen bekannt machen, die in Stadt und Region wirkten, unabhängig davon, wie weit ihr Wirken darüber hinausreichte.
GOE-M soll Kompositionen, die von solchen Musikern verfasst wurden, zum klingenden Zeugnis jener musikalischen Gedanken machen, die das musikalische Leben in Stadt und Region bereichert haben.
GOE-M soll damit auch lokale wie über die Region hinausreichende musikalische Zusammenhänge dokumentieren, die das Musikleben Göttingens und seiner Region mitbestimmt haben.
Epochen der Göttinger Musikgeschichte
Mittelalter – Musik in Klöstern und Kirchen
Jahrhunderte gregorianischer Liturgie in Göttingens Klöstern und Kirchen.
18 überlieferte mittelalterliche Handschriften
Reformation - frühe Mehrstimmigkeit im Pädagogium
Das Pädagogium wird Zentrum von Praxis und Bildung früher protestantischer und weltlicher Vokalpolyphonie für die ganze Region.
Werke von neun Komponisten ermittelt, die vor 1700 lebten
Aufklärung - Universitätsgründung
Mit Gründung der Georg-August-Universität (1737) etabliert sich eine eigene akademische Musikpraxis und Wissenschaft neben der Kirchen- und Stadtmusik Göttingens.
Werke von weiteren zehn Komponisten ermittelt, die vor 1800 lebten
Bürgerliches Musikleben - Oper, Virtuosen, Kammermusik, Vereine
- erster Theaterbau am Wilhelmsplatz - Komponisten und Virtuosen der Romantik zu Gast im regen städtischen, bürgerlichen Musikleben.
Werke von weiteren 64 Komponist:innen ermittelt, die vor 1890 lebten
Von der Belle Époque durch Revolution und Diktatur
Bau des Deutschen Theaters außerhalb der Stadtmauern, reges Konzertleben, einzelne Vorboten der Moderne
Werke von weiteren 80 Komponist:innen ermittelt, die vor 1950 lebten
Moderne, Nachkriegszeit - Tradition und neue Formen
Bau der neuen Stadthalle und Umnutzung historischer Industriebauten (Alte Lokhalle als Raum für Großveranstaltungen), Aufstieg einer alternativen Musikszene und ihrer Spielstätten wie z. B. das Kulturzentrum Musa.
Werke von weiteren 39 Komponist:innen ermittelt
